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Berichte von Projekten der von Laer Stiftung

Pädagogik muss in Bewegung sein. Alle, die mit Kindern zu tun haben wissen, wie wichtig es ist auf neu entstandene und unerwartete Situationen flexibel reagieren zu können. Das gilt genauso für uns als pädagogische Institution.

Auf dieser Seite können sie die ein oder andere unserer neuen Ideen und Entwicklungen nachlesen.  

Kap 10. Angekommen.

Berichte | News >>

kap10 in bielefeldAm 1.Juli öffnet in der Bunzlauer Straße 10 in Bielefeld  KAP 10 seine Pforten. Kap 10 ist die Clearingstelle der von Laer Stiftung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF).

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind Minderjährige unter 18 Jahren, die ohne ihre Eltern oder sorgeberechtigte Begleitung außerhalb ihres Herkunftslandes Schutz suchen. Verfolgung, Krieg und Bürgerkrieg oder auch die Zugehörigkeit zu einer Minderheit haben sie aus ihrem Land vertrieben. Unbegleitete Kinder gibt es bei allen Flüchtlingsbewegungen: Kinder werden von ihren Eltern getrennt oder die Eltern schicken sie allein oder mit Verwandten „in Sicherheit“.

Für das Kind ist eine Flucht meist traumatisch. Es ist ohne seine vertrauten Bezugspersonen unterwegs, hat wochenlange strapaziöse Transporte -  oft unter schlimmsten Bedingungen - hinter sich und ist nun allein in einem fremden Land.

Die Clearingstelle KAP 10 der von Laer Stiftung hilft solchen Kindern bzw. solchen  Jugendlichen. 18 männliche Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren bekommen an der Bunzlauer Straße 10 zunächst einmal ein Dach über dem Kopf, Kleidung, eine erste gesundheitliche Versorgung und eine Mahlzeit. In einem so genannten Clearingverfahren wird dann die Situation der unbegleiteten Flüchtlinge geklärt. Welche Identität hat das Kind bzw. der Jugendliche? Besteht die Möglichkeit einer Familienzusammenführung? Welche Hilfen benötigt es und wo kann es untergebracht werden?  Auch Sprachkenntnisse werden vermittelt. Jeden Tag bekommen die Jugendlichen Sprachunterricht. Dafür hat die von Laer Stiftung eigens eine Sprachlehrerin eingestellt. Darüber hinaus kümmern sich insgesamt 11 Mitarbeiter um die jugendlichen Flüchtlinge. Rund drei Monate dauert in der Regel ein Clearingverfahren. Dann wird mit dem Jugendamt und dem Vormund entschieden, wie es für die Jugendlichen weiter geht und wie die Anschlussmaßnahmen (zum Beispiel Wohngruppe, ambulante Betreuung oder Pflegefamilie)aussehen.

In einem regelrechten Kraftakt hat die von Laer Stiftung KAP 10 aus der Taufe gehoben. Erst Ende Februar 2011 wurde in der Stiftung bekannt, dass der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld dem Land NRW angeboten hatte, in erheblicher Anzahl in Bielefeld minderjährige unbe­gleitete Flüchtlinge aufnehmen zu lassen. Im März informierte das Jugendamt dann, dass die Jugendlichen in fünf verschiedenen Einrichtungen untergebracht werden sollen und bat darum, ein Angebot für eine Einrichtung mit 18 Plätzen zu unterbreiten. Im April bekam die von Laer Stiftung den Zuschlag. Seitdem laufen die Planungen und Arbeiten auf Hochtouren: Erste Stellen wurden ausgeschrieben und mittlerweile ist ein Team von 11 Mitarbeitern zusammen gestellt, die über arabische, türkische und französische Sprachkenntnisse verfügen. An der Bunzlauer Straße 10 in Bielefeld fand sich zudem ein geeignetes Gebäude für diesen Zweck, an dem glücklicherweise nicht allzu große Umbauarbeiten vorgenommen werden müssen. Am 1.7. können daher die ersten jugendlichen Flüchtlinge aufgenommen werden; KAP 10 wird Tag und Nacht besetzt sein.

Neben Dortmund ist Bielefeld ist seit dem 1.2.2011 Erstanlaufstelle für jugendliche Flüchtlinge. Diese werden zunächst von der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) am Stadtholz registriert. Dann wird das Jugendamt hinzugezogen und das Alter der Jugendlichen festgestellt. Handelt es sich wirklich um Minderjährige, bestellt das Jugendamt einen Vormund und vermittelt sie an die insgesamt fünf Bielefelder Clearingstellen.  80 Plätze gibt es in Bielefeld für UMF; damit kommen pro Jahr etwa 250 unbegleitete Flüchtlingskinder aus zahlreichen Kriegs- und Krisenländern nach Bielefeld, z.B. aus dem Irak, Afghanistan,  der Russischen Föderation und GUS-Staaten, aus  Sri Lanka und aus afrikanischen Ländern wie Sierra Leone und der Demokratischen Republik Kongo.

Im Jahr 2010 wurden über 4200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von den Jugendämtern erstversorgt, allein in NRW waren es knapp 900. Diese Zahlen des Bundesfachverbandes Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. sind jedoch unvollständig. Die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher liegen, denn bislang gab es keine zentrale Erfassung über die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Weder die Landesjugendämter noch die Ausländerbehörden erheben diese Daten einheitlich und flächendeckend, so der Bundesfachverband.

video.kanal-21.de

wdr - lokalzeit-owl-fluechtlinge

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Zuletzt geändert am: 29-08-2011 um 10:39

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This page was last modified on 14/11/2011 at 10:01.