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Tageseinrichtungen für Kinder 

"Jeden Tag ein neues Abenteuer"

Spätestens seit den PISA-Vergleichsstudien zum Leistungsstand von Schülerinnen und Schülern in der westlichen Welt ist klar, dass der zentrale Schlüssel der sozialen und schulischen Entwicklung von Kindern, eine besonders gute und umfassende Elementarpädagogik ist.
Parallel zu dieser, in erster Linie bildungs- und wissensorientierten Debatte um eine angemessenere Frühförderung, wird ein anderes, fast ebenso wichtiges Thema diskutiert: Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf! 

Gerade einmal 1,3 Kinder werden pro Frau in Deutschland geboren. Würde man bei einer möglichen Vollbeschäftigung, den Umfang des jetzigen „Generationenvertrages“ (die jüngere arbeitende Bevölkerung finanziert die älteren, nicht mehr arbeitenden Personen im Rentenalter), als Maßstab anlegen, dann müsste jede Frau 3,4 Kinder bekommen. Eine völlig unrealistische Vorstellung.

Alle Befragungen junger Paare deuten auf das gleiche Problem hin: Angst vor Armut und mangelnde Kinderbetreuung sind die Hauptgründe für die Entscheidung gegen Kinder. Dass diese These stimmt, zeigen zudem Vergleiche mit anderen europäischen Ländern. Hier erhöhte sich bei einer entsprechend umfangreicheren, vom Staat finanzierten Kinderbetreuung, die Geburtenrate innerhalb kürzester Zeit deutlich.

Aber nicht nur die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben dafür gesorgt, dass die Kindertagesbetreuung in der volks- und erziehungswissenschaftlichen Diskussion eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Der Voraussetzungen für lebenslanges Lernen liegt in der frühen Kindheit. Wem schon in frühen Jahren die Freude und Lust an neuen Entdeckungen nicht genommen wird - wem der eigene und für Kinder typische "Forschungsdrang" auch noch durch Anregungen und entsprechenden Lern- und Spielorten unterstützt wurde, dem wird  Wißbegierigkeit   ein Leben lang begleiten.

Dabei gilt es nicht nur die Kinder der "Bildungseliten" zu fördern, sondern gerade in der flächendeckenden Versorgung der Kindertageseinrichtungen qualifizierte und kindgerechte Lern- und Bildungserlebnisse zu schaffen. Leider besteht in Deutschland nach wie vor die Vorstellung, dass Bildung stets mit Anstregung, Ernsthaftigkeit und stupidem Lernen verbunden wird - somit in die Schule gehört - und auf der anderen Seite zweckfreies Spielen und Basteln wohl eher dem Lebensalter der Kleinsten entsprechen würde. Angesichts der Erfolge in internationalen Lernstandsüberprüfungen eine merkwürdige Debatte. Glänzen doch gerade die "PISA-Gewinnerländer" mit einer quantitativen und qualitativen Versorgung in der Früherziehung. Angebote der frühkindlichen Bildung müssen Kindern Spaß und Freude machen. Das "1mal1" der Lerntheorie ist ebenso alt, wie richtig: der Mensch lernt 1.) durch Motivation, 2.) durch Konzentration und 3.) durch Wiederholung. Fehlt es schon an der Motivation, fehlt es erst recht an Konzentration und der Begeisterung zur Wiederholung. Genau das ist die "Kunst der Erziehung": Kinder zu motivieren! Und das gilt nicht nur in der Kindertagesbetreuung, sondern auch für Lehrer oder, ganz allgemein, für "Chefs und Chefinnen"!

Nach wie vor wird die Kindertagesbetreuung nur ansatzweise auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Kenntnisse und international bekannten Forschungsergebnissen durchgeführt. Oftmals sind es mehr die Lebenswerte und - vorstellungen der in den Einrichtungen beschäftigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder die des, beispielsweise kirchlichen Trägers, der die Erziehungsvorstellungen und Arbeitsweisen in Kindertageseinrichtungen bestimmen. Diese Situation ändert sich derzeit aber in einem enormen Tempo. Mittlerweile existieren in 60 Fachhochschulen, Tendenz steigend, Studiengänge der "frühen Kindheit". Bleibt zu wünschen, dass es zu zahlreichen Theorie-/ Praxisprojekten kommt, um die Arbeit in den Einrichtungen auf evaluierbarer Grundlage zu stellen.  

Die von Laer Stiftung bemüht sich in ihren Einrichtungen um die oben genannten aktuellen Anforderungen an die frühkindliche Bildung und Betreuung. Lange und individuell gestaltete Öffnungs- und Betreuungszeiten sorgen für eine deutlich bessere Möglichkeit berufliche und familiäre Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen. Nicht einfach Bildungsangebote, sondern die Förderung der Wißbegierigkeit (oder sie auch einfach nur zuzulassen) ist das zentrale Anliegen. Etwa in unseren bilingualen Einrichtungen, in dem nicht Englisch in Einzelstunden "gepaukt" wird, sondern englisch-muttersprachliche Erzieherinnen arbeiten. Zweisprachig aufwachsen, sozusagen "on the way". Die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten ist für uns selbstverständlich. Eine Kindertageseinrichtung ist sogar, in enger Anbindung an die Fachhochschule Bielefeld,  eine "Forschungskita" .

Die frühkindliche Bildung und Erziehung wird zum zentralen Aufgabenfeld, wenn es um die zwingend notwendige Steigerung der Bildungsqualifikationen geht. Bleibt zu wünschen, dass die aus dem politischen Raum immer wieder zu hörende neue Begeisterung für dieses Arbeitsfeld auch Taten folgen. Das bedeutet:

  • grundsätzliche Vorausetzung für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen muss ein entsprechendes Studium mit der mit Lehrern vergleichbaren Entlohnung sein
  • Die Kinderbetreuung in Kindertagestätten muss für Eltern grundsätzlich kostenlos sein
  • ab dem 4. Lebensjahr muss die Betreuung in Kindertagesstätten zur Pflicht werden

  

Aus den Tageseinrichtungen der von Laer Stiftung

Die Forschung zeigt uns immer wieder, dass gerade das Vorschulalter die Lebensphase darstellt, in der hinsichtlich sozialer, aber auch Wissenskompetenzen die Weichen für das spätere Leben gelegt werden.
Dabei ist eine kindgerechte Vermittlung von Bildungsanreizen und spielerisches Lernen alles andere als ein Widerspruch.
Übrigens genauso wenig, wie zum Erlernen sozialer Kompetenzen.

This page was last modified on 17/03/2011 at 19:31.